Samen und Keimung

EINFÜHRUNG
Ein Samenkorn enthält sämtliche genetische Informationen einer Pflanze. Samen sind das Resultat sexueller Vermehrung und enthalten Gene beider Elternteile, männlich und weiblich. Einige Pflanzen, Zwitter (Hermaphroditen) genannt, tragen sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die im Samen enthaltene Genetik gibt die Pflanzengröße, Krankheits- und Schädlingsresistenz, die Beschaffenheit von Wurzeln, Stamm und Blättern, das Blütenwachstum, den Cannabinoid-Level sowie viele andere Merkmale vor. Die genetische Information des Samens ist der zentrale Faktor, der bestimmt, wie gut eine Pflanze unter künstlichem oder natürlichem Licht gedeiht, und wie hoch der von ihr produzierte Cannabinoid-Level ist. Schwache Pflanzen sind das Ergebnis schwacher Samen und schlechter Anbaubedingungen.
Starke, gesunde Elternpflanzen und gute Pflege führen zu starken Samen mit guter Keimungsfähigkeit. Aus starken Samen gehen gesunde Pflanzen mit hohen Erträgen hervor. Samen, die zu lange gelagert wurden, keimen langsam und haben eine höhere Ausfallquote. Vitale Samen beginnen innerhalb von sieben Tagen oder noch früher mit dem Wachstum. Samen, die länger als einen Monat zum Keimen benötigen, wachsen unter Umständen auch danach langsam und führen zu einer geringen Ernte.

Der Grund dafür, dass viele Leute lieber Samen als Stecklinge kultivieren, liegt in dem sog. Heterosis-Effekt. Dieses Phänomen bewirkt, dass aus F1-Samen, die das Produkt zweier reinerbiger Eltern sind, Pflanzen wachsen, die ungefähr 25 % stärker und größer sind. Im Regelfall lässt ein Grower, der 5–15 Qualitätssamen von einer renommierten Seed Bank kauft, diese alle auf einmal keimen. Sobald sie gekeimt sind, werden die Sämlinge sorgfältig eingepflanzt und großgezogen. Normalerweise sind einige der Samen männlich, einige wachsen langsam, und zwei oder drei Samen wachsen zu starken „Super-Damen“ heran. Von diesen wiederum wird eine Pflanze noch robuster und potenter sein als die anderen. Diese eine Super-Dame wird dann zur Mutterpflanze gemacht. Reife Samen, die hart, beige bis dunkelbraun und gefleckt oder marmoriert sind, liefern die höchste Keimungsrate. Weiche, blasse oder grüne Samen sind normalerweise unreif und sollten gemieden werden. Unreife Samen keimen schlecht und produzieren oftmals kränkliche Pflanzen. Frische, trockene, reife Samen, die weniger als ein Jahr alt sind, keimen schnell und ergeben robuste Pflanzen.

Samen keimen lassen und einpflanzen

Zur Keimung benötigt ein Samenkorn Feuchtigkeit, Wärme und Luft (Sauerstoff).

Feuchtigkeit

Das Einweichen von Samen in Wasser ermöglicht, dass innerhalb von Minuten Feuchtigkeit durch die schützende Samenhülle gelangt. Dann dringt die Feuchtigkeit weiter ein und aktiviert die „schlafenden“ Hormone im Samen. Innerhalb von 24 bis 72 Stunden werden die Hormone aktiv und senden das Signal zur Ausbildung einer kleinen weißen Wurzelspitze. Die richtige Feuchtigkeit ist nun eine etwas kritische Angelegenheit. Es muss eine konstante Feuchtigkeitszufuhr gewährleistet sein, damit der Transport von Nährstoffen, Hormonen und Wasser in Gang kommt, die lebensspendenden Prozesse beginnen können. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, benutze destilliertes Wasser. Wenn gekeimte Samen Feuchtigkeitsstress erleiden (zu viel oder zu wenig Feuchte), wird das Sämlingswachstum gehemmt.

Wärme

Cannabis-Samen keimen am besten bei ungefähr 25 °C. Niedrige Temperaturen unter 21 °C verzögern die Keimung. Deutlich zu hohe Temperaturen (ab 30 °C) führen zu schlechten Keimungsergebnissen. Sobald sie gekeimt sind, setze die Sämlinge in eine etwas kühlere Umgebung um und erhöhe die Beleuchtungsstärke. Vermeide zu hohe Temperaturen und schwache Lichtverhältnisse, denn diese Faktoren führen zu schlaksigem Wachstum.

Luft (Sauerstoff)

Um zu keimen, brauchen Samen Feuchtigkeit. Zu feuchte, vollgesogene Medien unterbinden die Sauerstoffzufuhr, die Samen ersticken förmlich. Wenn man die Samen zu tief einpflanzt, werden sich ebenfalls schlecht keimen. Sie habe zu wenig Energie, um sich durch zu viel Erde zu kämpfen, bevor sie mit dem Wachstum beginnen können. Pflanze die Samen doppelt so tief ein, wie sie breit sind. Ein 3 mm breiter Samen wird beispielsweise 6 mm tief eingepflanzt.

Nach 55–72 StundenWasser wird absorbiert und die Wurzelspitze wird sichtbar
Nach 10–14 TagenDie ersten Wurzel haben sich gebildet
Nach 21–30 TagenNach 21 Tagen sollte mindestens die Hälfte der Samen voll gewurzelt haben
Zeitplan für die Samenkeimung
  • Samen, die nach 30 Tagen nicht voll gewurzelt haben, werden höchstwahrscheinlich auch entsprechend langsam wachsen.
  • Sobald die Samen gewurzelt haben, ist das Zellwachstum stark beschleunigt; Stängel, Blätter und Wurzeln entwickeln sich schnell.
  • Die Jungpflanzen gehen innerhalb von vier bis sechs Wochen nach der Keimung voll in die Wachstumsphase über.

Cannabis-Sorten

Botanisch und vom Gesetz her wird jede Hanfpflanze, ob Faser- oder Drogenhanf, als Cannabis sativa (C. sativa) klassifiziert. Unabhängig von ihrem Ursprung wird jede Hanfpflanze auch von internationalen Gesetzen als Cannabis sativa (C. sativa) eingestuft. Cannabis sativa kann jedoch wie folgt weiter unterteilt werden: Cannabis sativa (= C. sativa var. sativa), Cannabis indica (= C. sativa var. indica), Cannabis ruderalis (= C. sativa var. spontanea), Cannabis afghanica (= C. sativa var. afghanica). Jede Art hat ihr typisches Wachstumsmuster, Aussehen, Aroma etc. Die meisten populären Cannabis-Sorten sind eine Kombination aus zwei oder mehr der folgenden Arten: C. sativa, C. indica, C. ruderalis, und C. afghanica. Aber es gibt auch viele Samensorten, die nur die Gene einer dieser Arten aufweisen.

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